Gestern war es soweit. Bin mit aterumbra in den Puff. Ganz mutig sind wir in eine der schönsten Gegenden von München (ironie tropft). Trotz gelegentlicher Pinkelpausen kamen wir dann vor dem Laden an. Ein kleiner, kitschig angelegter Vorgarten mit Springbrunnen führte uns dann zum Eingang, wo uns Herta abholte. Herta ist Travestiekünstler und arbeitet nebenher dort hinter der Theke.
Die Damen grüßten uns freundlich. Alles lebende Klischees. Eine Alte, eine Junge, eine Dralle. Freier gab es keine.
Als dann ein sehr besoffener, sehr selbstverliebter Mann (immerhin: Für 45 Jahre ein astreiner Körper, den er ständig zur Schau stellte) hereinkam, war die Stimmung gelaufen. Gröhlend nahm er Kellner und Hure in den Schwitzkasten und liess auch sonst keine Peinlichkeit aus.
Naja. Wir haben uns die Show angesehen, uns mit der Alten unterhalten (die tatsächlich was auf dem Kasten zu haben schien - im Gegensatz zu den anderen Beiden), ein paar Bierchen zum Mitarbeitertarif getrunken, und dann entschlossen, daß es zuhause doch schöner ist.
War wohl das erste und letzte Mal, daß wir im “mediterranen Ambiente” gewesen sind:-)
Ich weiss, ich bin eine Kulturschwuppe, aber mir ging gestern Abend ein Gedicht von Brecht nicht aus dem Kopf…
Ratschläge einer älteren Fose an eine jüngere