Gestern Abend war die Bloglesung der Stipendiaten im Literaturhaus München. Erst mal zum faktischen Teil:
Anwesend waren auf der Bühne: Yet another indie disco, Jackpotbaby, Nilzensburger, netzpolitik und Rose;
Moderiert wurde das ganze von Dirk. Und dann war da noch ein Germanist von der LMU München, dessen Namen ich mir nicht merken konnte.
Im Publikum sassen nebst meiner Wenigkeit noch das Laster und - glaube ich zumindest - Don Dahlmann (wenn bei ihm was dazu geschrieben wird, wissen wirs genau^^)
Aber jetzt mal zum persönlichen Teil: Das war Murks!
Und das auf mehreren Ebenen. Zum einen war die Organisation des Literaturhauses besch****. Es sollte um halb acht losgehen. Als um acht noch immer niemand auf der Bühne war, ging bereits die erste Dame wieder raus. Um viertel nach bin ich dann mal zur Türsteherin (Es kostete übrigens Eintritt! Was nirgendwo im Netz ersichtlich war), und hab vorsichtig gefragt, was denn los sei. Die überraschende Antwort: Der Zug, mit dem einer der Gewinner kommen sollte, hatte Verspätung. Soweit, so schlecht, aber die Höflichkeit gebietet es eigentlich, dann bereits zum Offiziellen Beginn, jemanden auf die Bühne zu schicken, und das bekannt zu geben.
Also knapp 50 Minuten später als geplant kamen dann auch alle auf die Bühne.
Und dann ging es los. Und zwar genau so. Es ging einfach los. Rose sagte “Ich fang dann mal an” und las munter drauf los. Etwas seltsam so ein Kaltstart, da die hälfte der Leute im Saal noch am quatschen war.
Und wie es das Laster es mehrfach erwähnte “Es war schwierig”. Zum einen - kein persönlicher Angriff - aber wer schreiben kann, kann nicht notwendigerweise auch reden. Positiv aufgefallen ist in dem Fall Nils, der ja Moderationserfahrung hat, und genau wusste, wie man einen Text gut rüberbringt. Das gelang den anderen nur bedingt.
Dann wurde der Wissenschaftler kurz eingeführt, und war sichtbar über- und gleichzeitig unterfordert. Überfordert von dem kollegialen Stil (Zitat: “Wir dachten, zu Blogs gehören auch Kommentare, und deswegen haben wir im Publikum ein Kommentarfeld mit Mikrophon aufgebaut *haha*”) und unterfordert in der Aufgabe, Blogs mit moderner Literatur à la Rainald Goetz zu vergleichen.
Ich muss doch ein Geständnis machen: Ich kannte vorher keines der nominierten Blogs. Ich lese deutsche Blogs eigentlich eher selten. Ich kannte Nils nur über die fünf filmfreunde und den Rest mal so gar nicht.
Als dann Markus netzpolitik erklärte, und als eine Mischung aus PC-Greenpeace und internet-Linkspartei auftrat, hatten wir eigentlich genug. Gleich mal zu Beginn zeigte sich, dass er wenig bis gar nicht recherchiert hatte. Der Satz “Berlin ist ja anders als München, wir sind ja rot regiert” war einfach faktisch falsch. Sein Kreuzzug Kampf gegen Microsoft und für Filesharing war *öhm* interessant.
Daraufhin standen wir auf und sind gegangen. Etwas peinlich, wenn man in der ersten Reihe sitzt, aber was solls.