Also eine kurze Kritik über das Front-Magazin… auch wenn das Blog ganz nett ist (und ich mich natürlich freue, in deren Blogroll aufzutauchen), ist das Heft nichts für mich.
Ich finde die Kritik in der Zeit ganz passend. Brauchen wir eine Cosmopolitan speziell für Männer? In einem Heft, dass sich explizit an Schwule richtet, aber irgendwie auch alle Metrosexuellen und anderen “neuen Männer” interessieren soll?
Welche gemeinsamen Interessen haben postschwule, metrosexuelle, neue, wie auch immer geartete Männer? Einzig und allein Mode, Lifestyle und Konsum? Das ist ebenso klischeehaft wie die Tatsache, dass übliche schwule Magazine aus purem Sex bestehen und ihre Leser damit auf nur einen Aspekt ihres Daseins reduzieren. Der “neue Mann” muss doch mehr sein als nur Konsummaschine, oder?
Besonders seltsam ist mir der Artikel über Andreas Baader vorgekommen. Der Autor Bisky beschreibt wieso Baader in einer anderen Situation Stricher (!) oder Zuhälter geworden wäre. Zwischendrin wird noch beschrieben, wie Baader zu Beginn seiner “Karriere” flamboyant mit Kajal und Lidschatten durch die Berliner Schwulenszene tingelte. Natürlich rettet sich der Autor und nennt Baader nie explizit schwul, aber die Intention wird klar.
Dazu ergeht sich Bisky in Ausführungen über den Sexappeal Baaders. Nur gaaanz kurz kommt mal ein Wort, das ihn wirklich charakterisiert: Monster.
Es ist schon kurios, wenn ein schwules Magazin in der ersten Ausgabe einen Mörder zum Sexsymbol stilisiert, seine Taten aber fast ganz auslässt (sie werden gestreift).
Ansonsten viel teurer Plunder, der MICH und MEIN Leben nun gar nicht charakterisiert. Aber hey… ich kenne viele Trutschen, die sich nach einer “Vogue” für Schwule neue Männer die Finger lecken.
Daher: Viel Erfolg, liebe Front-Redaktion, auch wenn ich nicht die Zielgruppe darstelle^^