Hm. Die Süddeutsche hat ein “interessantes” Interview über das Glockenbachviertel. Dabei ignoriert sie so ziemlich völlig, dass das noch immer das Zentrum der schwulen Szene darstellt. Gerade mal in einem Nebensatz erklärt der Interviewpartner Frank Schröder:
Alle, die das Viertel zunächst interessant gemacht haben - Künstler, Lesben und Schwule, Studenten und Ausländer -, wandern ab, wenn sie nicht zu den Einkommensstarken gehören.
*kopfschüttel*
Da scheint jemand eine self fulfilling prophecy anzustreben. Ich kenne jedenfalls noch genügend Schwule, die dort Leben - inklusive mir selbst. Und ja: Es ist teuer. Und ja: Es wird zum neuen Schwabing. Und ja: immer mehr Schicki-Micki-Kneipen machen auf, die sich ganz konkret NICHT an Schwule wenden.
Trotzdem ist und bleibt es das schwule Viertel. In keinem anderen Stadtteil gibt es auch nur annähernd soviele schwule Kneipen. Nirgendwo sonst ist es selbstverständlicher, wenn zwei Männer Hand in Hand gehen. Nirgendwo sonst… naja… you get the picture.
Auch in der begleitenden Bilderstrecke versucht man alle Lokale des Viertels aufzuzählen, die aber sowas von garantiert nicht schwul sind. Beim Pimpernel haben sie dann den Vogel abgeschossen:
In den vergangenen beiden Jahren hat sich das Pimpernel von einer Hardcore-Schwulenkneipe zur angesagten Nachtbar verwandelt.
Inhaltlich ist das sogar richtig. Mei, was damals im Pimpernel los war. Heute nur noch Möchtegern-schicke Studenten.
Mich stört halt nur, dass der Artikel verzweifelt veruscht, alles schwule wegzuschreiben.