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Wow! Wow! Wow!… da bin ich gerade mal 2 Jahre von der Uni weg, und gehe in die Knie vor einem wunderbaren Text, wie ich ihn selbs tim Feulliton der Süddeutschen selten lese!
Georg Seeßlen, einer der wichtigsten und richtungsweisensten deutschen Filmkritiker (und mehr noch: Theoretiker) schreibt über das Dilemma der deutschen Filmkritik:
Diese Spaltung der Kritik gibt den Zwiespalt von Industrie und Kunst im Kino nicht nur wieder, sondern verschärft ihn. Die eine, nennen wir sie die »intellektuelle« Filmkritik, versucht, sich analytisch und unbestechlich zu geben; sie darf beinahe alles, nur nicht langweilig und arrogant sein. Unnütz zu sagen, dass ein Gutteil der »intellektuellen« Filmkritik dieses Kunststück durchaus fertig bringt, nämlich langweilig und arrogant zu sein. Die andere, nennen wir sie die Popcorn-Kritik, geht grundsätzlich von einem Dienstleistungscharakter für ein Publikum aus, das ein Grundrecht auf mehr oder weniger unbeschwertes Amüsement hat. Dieses Popcorn-Schreiben darf beinahe alles, nur nicht langweilig und korrupt sein. Unnütz zu sagen, dass ein Gutteil der Popcorn Kritik eben dieses Kunststück durchaus fertig bringt, nämlich langweilig und korrupt zu sein.
Besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken. Und hier kommt das web 2.0 und exemplarisch hierfür die 5 Filmfreunde ins Spiel. Diese 5 Jungs müssen immer mehrer Gruppen bedienen: Die Fan-Boy-Fraktion, die Intellektuellen und die breite Masse. Da verwundern die endlosen, meist bösartigen Kommentarstrecken nicht mehr.
Ich für mich kann nur sagen, ich mag beides. Ich betrachte einen Film gerade in diesem Spannungsfeld.
Ein dämliches Beispiel?
“300″
Die Fanboys und viele dumme Menschen schrien “Geil! Diese Bilder”. Ein Haufen Intellektueller schrie “Aber der Faschismus!”.
Für mich war das schwierig. Beide haben recht. Dieser Film proklamiert platt einen führertreuen Faschismus. Auf der anderen Seite hat er ästhetisch die wunderbarsten Bilder.
Was nun? Bin ich hier bei Riefenstahl und Speer angekommen? Ich denke nicht. Aber es zeigt die komplexität des Themas!
Danke Frau Gröner für den Denkanstoß!
Im Falle von 300 wars doch ganz einfach: Scheiß-Dramaturgie, schweinelangweilig, Dialoge die sonst aus anderen Körperöffnungen als dem Mund kommen und das schäbbigste GreenscreenCompositing seit Episode I-III - da kann man die ideologischen Bedenken ganz außen vor lassen und dem Film trotzdem attestieren, dass er ganz ganz große Kacke ist
Von der ästhetischen Wucht einer Riefenstahl ist das ganze mehr als zwei drei Kontinente entfernt, insofern hat sich die Frage bei mir gar nicht gestellt.
Ich fand ihn auch grausig *lach*
Aber nichts desto trotz: Er hatte schon ein paar schön gerenderte Einstellungen!
Ästhetisch sind wir sicherlich nicht bei der Leni angekommen… Da geb ich Dir Recht.