Sing once more

Letzte Woche hat Sir Andrew Lloydd Webber das Sequel zum Phantom der Oper, “Love never Dies” bei einer Pressekonferenz in London vorgestellt.
Also, das erste Lied “‘Til I hear you Sing (once more)” finde ich zwar sehr Webber-typisch, aber nicht wiiirklich schlecht. Es hat diese typische Webber-Grandezza und würde auch unbesehen ins alte “Phantom” passen.
Etwas schwieriger finde ich den Inhalt. Eric, das Phantom, ist in die USA ausgewandert und zieht mittlerweile bei einem der größten Amusementparks, Coney Island, im Hintergrund die Strippen. Christine ist mittlerweile eine berühmte Opernsängerin und scheinbar nicht sehr glücklich mit Raoul verheiratet, der nur mehr ein Schatten seiner selbst ist. Aber jetzt kommts: Sie haben ein Kind, das mit “Halbmaske” auf die Welt kam *kopfschmerz*.
Der zweite Akt ist noch geheim. Die CD kann man vorbestellen.

Naja. Großes Plus ist jedenfalls Ramin Karimloo, der die Hauptrolle in London spielen wird. Ähm ja! Herr Kellner, ich hätte bitte gern das gleiche!
Sorry, Herr Webber….aber jetzt wird`s albern.
Wenn das WIRKLICH die Handlung sein sollte, dann will ich auch “Der Tod steht ihr gut” oder “Day After Tomorrow” als Musical sehen…. wobei “Der Tod…” echt ein tolles Thema für Musiktheater wäre.
Lieber Herr Webber, der Du mich zum Theater gebracht hast im Alter von 9 Jahren, mit jener legendären Show “Phantom der Oper”:
Damit machst Du mir das Musicalgenre leider komplett madig.
Das interessante ist, daß man jeden (!) Stoff zu einem passablen Musical machen kann.
Es fällt doch auf, dass Romane, Theaterstücke, Filme, Opern, Novellen, Gedichtbände oder historische Stoffe gleichwertig zu Musicals verarbeitet werden können.
In allen Bereichen gibt es Tops und Flops.
Die Idee mit diesem überbordenden, riesigen Vergnügungsparks als Setting finde ich ziemlich gut. Gibt auf jeden Fall was fürs Bühnenbild.
Aber die Handlung ist bis dato sehr daneben! Da sehe ich das große Problem.
Der Vergnügungspark klingt wirklich interessant, das stimmt. V.a. wenn man bedenkt, dass Eric, das Phantom, ja auch dort seine Anfänge gemacht hat (fahrender Zirkus, Freakshow…)
Aber ein Kind mit Halbmaske, und irgendwo hab ich mal was von einem “Liebesautomaten” gelesen, den sich das Phantom baut…
Mal sehen was das wird.
Problem an der Sache ist, dass es sich Webber nicht erlauben kann, eine “Parodie” auf sein “Hauptwerk” zu zaubern. Das neue Stück muss sich dummerweise echt ernst nehmen. Anders wäre es vielleicht echt ne coole Nummer.
Aber wie gesagt, im Februar/März wissen wir mehr
Es ist eine Schande, dass er sein Sequel auf Forsyth basieren lassen musste =( Ein Prequel, basierend auf Kay, wäre wahrscheinlich schwer möglich gewesen, einfach wegen der Fülle an Informationen. Trotzdem. Ich mochte “Das Phantom von Manhattan” nicht. Bäh. Erik Mühlheim ist so ziemlich das bescheuertste, was man sich ausdenken konnte. Bei Leroux hat Erik nun mal keinen Nachnamen und Punkt. Allerdings stirbt er da auch am Ende… Naja, Till In hear you sing erinnert mich sehr an Wildhorns “Jekyll und Hyde”.
Maja… Schande finde ich in dem Bezug zu hart;)
Forsyths Buch ist nicht schlecht. Aber Webber hat sich ja angeblich eh nur am Rande daran bedient.
Wenn ich die Interviews richtig im Kopf habe, hat ihn einiges an dem Roman gestört. Nur war eben Forsyth auch einfach ein Freund von ihm und die beiden heckten schon die Fortsetzung aus. Nur eben mit anderen Vorraussetzungen.
Zudem brauchst Du in einem Buch eine andere Dramaturgie als auf der Bühne.
Zu Mrs Kay: Genau da bleiben wir bei der Dramaturgie! Wie willst Du die komplette Biografie von Eric vom kleinen Kind bis hin zur Oper auf die Bühne stellen?
Wenn Du eh das letzte viertel nicht nehmen kannst, weil Du daraus schon ein Musical gemacht hast?
Das wird echt schwierig;)